Schwarzwaldmarathon

Am 20. April 2009 war es soweit. Nach reiflichem Überlegen machte Werner seine Anmeldung zum SM. klar. Der sollte es sein, weil es der älteste Marathon Deutschlands ist, der zweiundvierzigste! Außerdem haben wir dort erfahren, dass es der erste Marathon weltweit gewesen sein soll, bei dem offiziell Frauen zugelassen wurden!!

Der Wunsch, mindestens noch seinen fünfzehnten Marathon zu absolvieren, begann nun Formen anzunehmen.

Nach vielen Trainignsläufen, zum Ende hin fast täglich, dabei auch etliche lange Läufe, packten wir unseren Koffer.

Am Vormittag des 08. 10. 09 fuhren wir los Richtung Schwarzwald. Mit so vielen Baustellen – also auch Staus – hatten wir nicht gerechnet. Davon abgesehen war ja auch Ferienbeginn in NRW. Nachdem wir gegen 19:00 Uhr in Bräunlingen angekommen waren gab es noch Essen, dann war Ausruhen angesagt.

Am Samstag wollten wir uns auf den Lauf einstimmen. Um 13:00 Uhr holten wir die Startunterlagen ab. Die Helfer waren sehr nett und superfreundlich, auch hatte der Regen vom Vormittag nachgelassen. Während die Laufveranstaltungen schon angefangen hatten, Schülerläufe etc. machten Werner und ich einen Orientierungs-Spaziergang. Wir kamen also nicht ganz zufällig auf die Marathonstrecke und begutachteten sie. Wir schauten uns aber auch Bräunlingen an und fanden, dass es ein schönes, altes Städtchen ist.

Abends war Ruhe angesagt, die auch durch die Hochzeitsfeier im ‚Hotel & Landgasthof Kranz‘ nicht gestört wurde.

Nach dem Abendessen kamen wir noch mit einem anderen Läufer ins Gespräch, der, wie sich bald herausstellte, ein evangelischer Pfarrer aus Schwäbisch-Hall war. Es wurde noch etwas Läuferlatein ausgetauscht und dann Adé. Was sollte nun noch schiefgehen? Für geistlichen Beistand war also auch gesorgt. 😀

Das Frühstück konnte ab 7:00 Uhr eingenommen werden, extra früh für die laufenden Gäste z.B. aus der Schweiz, Dänemark, und Schwäbisch-Hall.

Etwas angespannt war Werner schon als wir schließlich vor dem Start in und an der Stadthalle auf die ca 1.800 Halbmarathonis- u. Marathonis trafen. Aber das konnte ja nicht schaden! Das Wetter war optimal, die Stimmung auch.

Der erste Treffpunkt sollte bei Kilometer 12 sein. Genau zur angesagten Zeit tauchte Werner aus dem Wald auf und bog rechts auf die Marathonstrecke ab, die sich hier von der HM-Strecke trennte.

Nächster Punkt war beim ‚Alten Forsthaus‘ bei Kilometer 18. Die Läufer kamen aus dem Wald und hatten Ausblick auf ein wunderschönes in der Sonne liegendes Bergpanorama. Werner kam auch, ein paar Minuten früher als angesagt aber er sah fit und siegesgewiss aus.

Bei Kilometer 35 in Unterbränd wurden die Läufer von einer bayerischen Musikgruppe unterstützt, die wirklich lustige Lieder spielte und sang. Bei den Zuschauern und Läufern stieg die Stimmung ungemein. Werner tauchte wie ein Uhrwerk auf und ich wusste, dass ihn nun nichts mehr aufhalten konnte.

Beim Zieleinlauf sah ich einen glücklichen und gerührten Werner.

Ich war ebenso froh und glücklich, dass er sein gesetztes Ziel erreicht hatte.

Wir hatten ein schönes Wochenende.

Ähnliche Beiträge

  • Xynthia getrotzt

    Drei Marathons innerhalb von neunzig Tagen im Spätherbst 2009, aktueller Streak seit dem 24. November 2009 mit 97 durchgelaufenen Tagen bei einer Kilometerleistung von 1.251,9 gelaufenen Kilometern, was war die logische Konsequenz dieser Laufumfänge? Na klar, endlich den eigentlich bereits 2005 geplanten Ultramarathon jetzt endlich zu realisieren. Der erste Versuch am 31. Januar den 50…

  • Projekt 2011 geplatzt

    Am Samstag, den 26. März 2011 ist mein Projekt im ersten Jahr als Rentner jeden Monat einen Marathon zu laufen, leider geplatzt. Am Tag 488 meines laufenden Streaks hatte ich mir den Königsforst Marathon, einen schönen Landschaftslauf bei dem ich schon mehrfach den Halbmarathon erfolgreich gelaufen bin, für den dritten Marathon in 2011 ausgesucht. Auch…

  • 50 Km Rodgau

    Im letzten Jahr hat das winterliche Wetter einen Start in Rodgau verhindert und deshalb haben wir uns dieses Jahr entschlossen, schon am Freitag anzureisen. Ein Hotel ca. 800 Meter von der Veranstaltungshalle entfernt war schnell gefunden und wir hatten sogar das Glück, dass wir das Zimmer am Samstag erst am späten Nachmittag räumen mussten. Resi…

  • Neustart erfolgreich

    Eigentlich habe ich im Januar 2021 meine Laufschuhe an den berühmten Nagel gehängt. Ich bin davon ausgegangen, dass nach den beiden Knieoperationen im Februar und November 2021 ein Laufen nicht mehr möglich ist. Nach den beiden Operationen, bei denen beide Knie durch komplette künstliche Kniegelenke ersetzt wurden, habe ich mich mit Wandern, Walking, Aquajogging und…

  • |

    1.000 Kilometer geschafft

    Wer hätte das gedacht? Im Februar und November 2021 wurden bei mir in beiden Knien künstliche Kniegelenke implantiert. Bis zu diesen beiden Operationen haben es meine Knie geschafft, ca. 50.000 Kilometer laufend zurückzulegen. Ich dachte eigentlich, dass damit meine Karriere als Läufer beendet ist. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Ich…

  • Kevelaer Marathon

    Einen Tag nachdem ich beim 411. Streaktag die Marke von 5.000 Kilometern überlaufen hatte, begann für mich am Sonntag das Marathonjahr 2011. Ich habe mir vorgenommen, in diesem Jahr jeden Monat einen Marathon zu laufen, also bot sich der Kevelaer Marathon als erster an, da er der erste offizielle des Jahres ist und mit ca….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert